„RASTA IST DER GEILSTE CLUB DER WELT“ – so lautet der Slogan vom BBL-Aufsteiger RASTA Vechta. Den Weg in die höchste Spielklasse treten die Niedersachsen jedoch ohne ihren Erfolgstrainer Doug Spradley an. Dass der bisherige Assistent Coach Pedro Calles nun das Zepter an der Seitenlinie übernimmt, birgt sicher ein gewisses Risiko. Geschäftsführer Stefan Niemeyer spricht in unserem Interview über diese Entscheidung und die bevorstehende Offseason.

RASTA ist Meister!

Herr Niemeyer, Herzlichen Glückwunsch zur Meisterschaft in der PRO A! Haben Sie als Geschäftsführer nun auch einmal die Möglichkeit zu entspannen?

Nur weil keine RASTA-Spiele anstehen, heißt das nicht, das man den ganzen Sommer über urlaubt. Die kommende Saison muss schließlich sehr gut vorbereitet werden. Hauptverantwortliche für die Kaderplanung ist allerdings unser neuer Head Coach Pedro Calles.




Was hat RASTA Vechta die zurückliegende Spielzeit ausgezeichnet?

Neben der individuellen Stärke waren wir vor allem ein Team, da gehörte jeder dazu – ob es die ganz jungen Spieler waren oder die alten Hasen. Alle hatten Spaß daran, miteinander zu arbeiten.

Trotzdem wurde relativ bald bekannt gegeben, sich von Headcoach Doug Spradley zu trennen. 

Wir waren in bestimmten Dingen anderer Auffassung als Doug. Deswegen hatten wir letztendlich kein Interesse an einer Vertragsverlängerung.

Hatte dies noch Auswirkungen auf den Rest der Saison bzw. auf Ihr persönliches Verhältnis zueinander?

Nein. Die Trainer-Entscheidung wollten wir eigentlich auch erst direkt nach Saisonende treffen. Doch Doug ist vorher schon auf uns zugekommen und wollte wissen, ob er einen Anschlussvertrag erhält. So hat sich auch der Zeitpunkt der Bekanntgabe ergeben. Allerdings hatte das überhaupt keinen Einfluss auf seinen professionellen Umgang mit Mannschaft und Management.

Vertrauensbeweis an Pedro Calles 

Zum neuen Headcoach wurde der bisherige Assistant Coach Pedro Calles befördert. 

Eines gewissen Risikos sind wir uns mit der Wahl bewusst. Jedoch wissen wir auch, was wir an Pedro haben. Er arbeitet schon seit drei Jahren für uns, wir kennen ihn sehr gut. Wir wissen, wie er den Basketball sieht und welche Ideen er bei RASTA umsetzen will. RASTA hat sich auch das klare Ziel gesetzt, Talente zu integrieren – mindestens in den Trainingsbetrieb. So soll der ein oder andere an den Profibereich herangeführt werden. Pedro Calles steht voll und ganz hinter diesem Konzept.

Der neue Trainer muss sich jetzt auch schon wieder der Kaderplanung widmen. Welche drei Spieler würde Stefan Niemeyer gerne nächste Saison im RASTA Dome wiedersehen?

Philipp Herkenhoff hat bei uns einen langfristigen Vertrag, er wird in der kommenden Saison für RASTA in der easyCredit Basketball Bundesliga auflaufen. Außerdem würde ich mich freuen, wenn Seth Hinrichs und Josh Young weiter in Vechta spielen. Ob das klappt, werden die Vertragsverhandlungen zeigen. Denn es gehören ja immer zwei Seiten dazu und gerade nach einer so erfolgreichen Saison möchte der ein oder andere gerne pokern.

https://twitter.com/scrastavechta/status/993552353394675712?s=21

Inwiefern möchte bzw. muss man das Meisterschaftsteam überhaupt personell verändern? 

Wir müssen den Kader mindestens um drei oder vier Spieler verändern, um BBL-tauglich zu sein. Zum Beispiel benötigen wir auf jeden Fall einen guten Shooter, aber auch noch eine starke Persönlichkeit. Mit den Spielern aus der Meistermannschaft, die wir gerne weiter verpflichten wollen, laufen die Gespräche.

Wie geht RASTA diese Kaderplanung taktisch an? Pokert man vielleicht etwas, um am Ende der Off-Season bei einem Top-Spieler zuschlagen zu können?

Das ist im Moment schwer zu sagen. Natürlich gibt es den ein oder anderen Spieler, den wir uns vorstellen können. Ob wir schon schnell zu Vertragsabschlüssen kommen oder erst später, hängt von dem jeweiligen Spieler bzw. dessen Agenten ab.

Der goldene Mittelweg

Vechta ist in den letzten Jahren drei Mal aufgestiegen, jedoch auch zwei Mal abgestiegen. Warum schafft man es aber diesmal die Klasse zu halten?

Ich denke, dass unsere Organisation weiter gereift ist. Beim ersten Aufstieg wurde der überwiegende Teil des Kaders gehalten – schon aus finanziellen Gründen. Beim zweiten Aufstieg haben wir wiederum nur einen Spieler in den BBL-Kader übernommen. Dieses Mal versuchen wir, den goldenen Mittelweg zu finden.

Welche Auswirkungen hatte diese Berg- und Talfahrt auf die Sponsoren?

Auf diesem Weg ist kaum ein Sponsor wieder abgesprungen – im Gegenteil. Über die letzten Jahre haben wir es auf mittlerweile rund 175 Sponsoren gebracht und freuen uns über weitere Partner.




Laut Ihrer Auskunft liegt der Etat von RASTA Vechta für die kommende Spielzeit zwischen 2,5 und 2,7 Millionen Euro. Schon eine Saison darauf ist ein Mindestetat von 3,0 Millionen Euro gefordert. Kann das zum Problem werden?

Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir das schaffen werden. Trotzdem habe ich Respekt vor der Herausforderung und begrüße diesen Beschluss auch nicht sonderlich. Denn für einen Aufsteiger aus der 2. Basketball-Bundesliga ProA stellt das schon eine sehr hohe Hürde dar.

Schaffen es Teams aus Vechta oder Weißenfels überhaupt, auf lange Sicht in der BBL Bestand zu haben?

Das weiß ich nicht. Wenn es bei den drei Millionen bleibt, haben wir eine Chance, das zu realisieren. Die Frage ist aber: Wie geht es weiter, wird der Mindestetat nochmals erhöht? Dann bringt man die kleineren Bundesligastandorte in Gefahr. Man stelle sich auch eine Verkleinerung der Liga vor, so würden nochmal Heimspiele und somit Einnahmen wegfallen.

Final Four vor Augen

Beim Nachwuchsprogramm zählt RASTA hingegen schon zur nationalen Elite. Seit der Saison 2016/2017 kooperiert man mit dem TSV QuakenbrücK. War dieser Schritt für beide Vereine notwendig?

Es macht absolut Sinn, auf dieser Ebene die Kräfte zu bündeln. Beide Standorte liegen keine 30 Kilometer auseinander. Nur auf diesem Weg kann man im Jugendbereich wirklich stark sein. Zudem kann man sich auch die Kosten teilen.

Macht es einen stolz, so erfolgreiche Teams in der JBBL bzw. NBBL zu stellen?

Klar, das ist toll und macht richtig Spaß! Wenn wir diese Talente und deren Entwicklung weiter fördern, wird Vechta auch in den kommenden Jahren ein guter Standort sein.

Das NBBL-Team der YOUNG RASTA DRAGONS hat am 26./27. Mai beim TOP4 in der Artland Arena „Heimspiel“. Trauen Sie den Jungs den Coup zu?

Mit unserem NBBL-Team dürfen wir uns durchaus Hoffnungen machen. In dieser Mannschaft spielen schließlich Top-Talente, darunter Luc van Slooten und Nat Diallo, die gerade erst das Albert-Schweitzer-Turnier gewonnen haben. Außerdem wird Philipp Herkenhoff jetzt zum Team stoßen und NBBL ALLSTAR Danielius Lavrinovicius ist auch dabei. Aber mit ALBA BERLIN und dem FC Bayern München sowie unserem Halbfinalgegner ratiopharm ulm sind auch andere ganz starke Mannschaften beim TOP4 dabei.

Vielen Dank für Ihre Zeit.

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