Mit gerade einmal 20 Jahren ist Tim Schneider bereits in seiner zweiten Bundesligasaison. Soweit nichts Außergewöhnliches. Doch wer hätte gedacht, dass der gebürtige Schöneberger bereits zur festen Rotation von ALBA BERLIN gehört. Im Gespräch mit Basketballherz erzählt Tim Schneider über seinen sportlichen Aufstieg und noch vieles mehr…

Plötzlich Basketball-Profi

Tim, wie fühlt es sich nun als Profi an, ein eigenes Firmenauto und eine Wohnung von ALBA gestellt zu bekommen?

In den letzten Jahren habe ich bereits öfters am Training teilgenommen, letzte Saison durfte ich die erste Bundesligaluft schnuppern. Jetzt fühlt sich diese Situation natürlich sehr gut an. Es ist toll, ein wichtiger Teil des Teams zu sein.

Wer überbrachte dir die Botschaft, dass du fester Bestandteil der Rotation und nicht nur „Busfahrer“ sein wirst?

Das hat sich den Sommer über entwickelt. Ich sah, dass auf der Position vier hinter Luke Sikma noch eine Lücke ist. Natürlich habe ich gehofft und damit gerechnet, dass ALBA mit mir plant. Und ich habe mit meiner Leistungsbereitschaft gezeigt, dass aktuell kein großer Handlungsbedarf besteht.

Was hättest du gemacht, wenn es diese Saison mit ALBA nicht so geklappt hätte?

Es gab verschiedene Optionen. Beispielsweise aus der BBL, aber auch aus der PRO A, um Spielpraxis zu sammeln.

Gab es bei dir je die Überlegung ans College zu wechseln?

Da ich bei ALBA mit 16 Jahren schon einen Ausbildungsvertrag unterzeichnet hatte, kam diese Möglichkeit nie in Frage. Wenn man ans College wechselt, darf man vorher mit Basketball noch kein Geld verdient haben. Von daher war das Thema für mich sehr schnell vom Tisch.

Student am ALBA BERLIN College

Tim, wie sieht deine weitere Karriereplanung aus? Hast du einen Spieleragenten?

Aktuell habe ich bei ALBA einen Drei-Jahres-Vertrag, den ich erfüllen möchte. Desweiteren habe ich auch einen Agenten aus Berlin von YouFirst, mit dem ich einen sehr guten Kontakt pflege und mich regelmäßig austausche.

Neben dem Basketball studierst du Sport- und Eventmanagement. Wie schaffst du es, beides miteinander zu vereinen?

Ich studiere am ALBA BERLIN College an der Hochschule BiTS. Das ist ein besonderer Studiengang, den es erst seit zwei Jahren gibt. Hier werden die Studienzeiten extrem an den Basketball angepasst. Zum Beispiel hatten wir während der Vorbereitung jeden Tag Uni und zwei Trainingseinheiten. Das war schon hart. Aktuell müssen wir aber nur einmal pro Woche in die Uni und machen viel Projektarbeit oder müssen Vorträge halten. Somit kann ich meine basketballfreie Zeit optimal nutzen.

Tim Schneider Alba Berlin

Tim Schneider lernt von Coach Aíto (Foto: Imago)

Du hast das Vertrauen von Marco Baldi, Himar Ojeda und auch Coach Aíto erhalten. Spürst du auch einen gewissen Druck, dass du dem gerecht werden musst?

Natürlich will ich das Vertrauen mit Leistung zurückzahlen. Und ich mache mir selbst einen gewissen Druck. Als junger Spieler darf man sicherlich einen Fehler mehr machen, einen Freifahrtsschein jedoch habe ich dadurch auf keinen Fall.

EuroLeague als Ziel

ALBA BERLIN hatte vor dieser Saison einen relativ großen Umbruch innerhalb der Mannschaft. Hat sich schon eine gewisse Hierarchie gebildet?

Unser Kapitän ist Niels Giffey. Luke Sikma und Peyton Siva übernehmen auch viel Verantwortung. Aber einen Chef im ursprünglichen Sinne gibt es nicht. Wir verstehen uns untereinander auch super und keiner denkt, dass er etwas besseres ist.

Bekommst du von Spielern wie Luke Sikma auch Tipps oder seht ihr euch eher als Konkurrenten?

Natürlich schaue ich mir viel von ihm ab. Er ist einer der besten Forwards in der Bundesliga. Zusätzlich unterstützt er mich oft und so lerne ich viel von Luke.

Welche Ziele habt ihr euch diese Saison gesteckt?

Ziel sollte ein Platz unter den ersten Vier sein. Für mich ist es aber das Ziel, dass wir jedes Spiel erfolgreich gestalten. Und ein Team, das im EuroCup spielt, hat immer die Möglichkeit um die Meisterschaft mitzuspielen.

Tim, was sind deine langfristigen Ziele?

Ich möchte auf jeden Fall einmal in der EuroLeague spielen.

Hattest du sportliche Vorbilder in der Jugend?

Nein. Ich hatte von keinem Sportler ein Poster im Zimmer hängen (lacht).

Ist das Thema Nationalmannschaft für dich schon aktuell?

In diesem Sommer habe ich in der U20-Nationalmannschaft bei der EM auf Kreta gespielt. Für mich ein fantastisches Erlebnis mit einer coolen Truppe. Und hinsichtlich A-Nationalmannschaft kann ich nur sagen: Es wäre für mich ein Ehre für das eigene Land zu spielen. Egal, ob EM, WM oder Olympia.

Vielen Dank für das Interview.

Unauffällig. Abgezockt. Gabe York.

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